Furioser Kantersieg mit ein bisschen Schlendrian

DJK Gebenbach – 1. FC Geesdorf 7:2 (6:1)

DJK Gebenbach: C. Lindner – Hofmann, Ceesay, Vogl (75. Biermeier), Scherm (46. Geier) – El Berd, Haller (46. Seifert), Freisinger (73. Becker), J. Lindner, Kohler (59. Amaizo) – Lieder

1. FC Geesdorf: Humpenöder – Kaiser, Bäuerlein, Schlarb (33. Lorenz), Münzberg – Aldijawi, Vasilev, Weiglein, Flores Vega – Feidel, Kuhn (57. Held)

Tore:1:0 (11.) Johannes Scherm, 2:0 (13.) Friedrich Lieder, 3:0 (20.) Bastian Freisinger, 3:1 (24.) Christian Kuhn, 4:1 (26.) Fabian Vogl, 5:1 (30.) Salah El Berd, 6:1 (31.) Timo Kohler, 7:1 (73.) Friedrich Lieder, 7:2 (76.) Vincent Helm – Gelb-Rot: (84.) Marco Geier (DJK), wiederholtes Foulspiel – Zuschauer: 190 – SR: Philipp Ettenreich

Furioser Kantersieg mit ein bisschen Schlendrian

Gebenbach

 11.09.2022 – 14:43 Uhr

Sieben Tore in einer Partie der Fußball-Bayernliga Nord: Die DJK Gebenbach nähert sich einer „Spitzenmannschaft“, wie Trainer Kai Hempel sagt. Aber noch nicht ganz, denn dazu gehören noch ein paar andere Dinge.

Bereits nach wenigen Minuten erzielte Johannes Scherm (Mitte) die 1:0-Führung.

Wenn ein Team mit einer innerhalb von 20 Minuten herausgespielten 6:1-Führung in die Pause geht, dann ist ein Trainer natürlich zufrieden: „Vorsichtig formuliert waren diese 20 Minuten schon im Stile einer Spitzenmannschaft“, so Gebenbachs Trainer Kai Hempel. Und wenn besagte Partie dann 7:2 endet, ist man natürlich zufrieden mit dem Gesamtergebnis, was aber nicht gleichzusetzen mit den zweiten 45 Minuten ist. „Letztlich sind wir zufrieden, aber die zweite Hälfte endet 1:1. Und das ärgert mich, weil wir so weiterspielen wollten wie vorher. Die Chancen waren da, aber der Schlendrian ist zurückgekommen und wir haben vieles nicht sauber zu Ende gespielt.“ Eines sollte das alles aber nicht bedeuten: „Wir dürfen es jetzt nicht zulassen, dass sich ein 7:2-Heimsieg schlecht anfühlt. Weil am Ende sind wir natürlich zufrieden, aber wir werden es auch aufarbeiten.“

Die Geschichte der Partie selbst ist eigentlich schnell erzählt. Geesdorf spielte in den ersten zehn Minuten frech mit, aber wurde dann Opfer von 20 Minuten gnadenloser Effektivität der DJK Gebenbach. Johannes Scherm eröffnete den Torreigen in der 11. Minute auf Zuspiel von Bastian Freisinger, der nur zwei Minuten später erneut Assistgeber für Friedrich Lieder mit einer butterweichen Flanke in die Mitte war (13.). In der 20. Minute war es dann Bastian Freisinger selbst, der am Ende eines traumhaften Spielzugs über Friedrich Lieder und Salah El Berd nach dessen scharfen Zuspiel in der Mitte nur noch den Fuß zum 3:0 hinhalten musste. Den zwischenzeitlichen Anschluss durch Christian Kuhn (24.) steckte die DJK bestmöglich weg, weil sich Bastian Freisinger nur zwei Minuten später mit einer Freistoßflanke einen Vorlagen-Hattrick holte und Fabian Vogl bediente, der per Volley zum 4:1 traf. Darauf hätte bei einer Dreifachchance von Bastian Freisinger, Salah El Berd und Dominik Haller eigentlich das fünfte Tor folgen müssen, aber da parierte Maximilian Humpenöder stark (28.). In der 30. Minute machte das dann aber Salah El Berd, und keine 45 Sekunden später schickte Dominik Haller Timo Kohler auf die Reise, der zum 6:1 einschob (31.).

Anderer Anspruch

Die Gäste waren hoffnungslos überfordert, Gebenbach agierte wie im Rausch – und dann kam Hälfte zwei. Die begann erneut mit guten Chancen für die DJK durch Bastian Freisinger (47.) oder Marco Seifert (53.) – aber dann ließ der Druck der Gastgeber nach, die DJK schaltete einen Gang zurück und die Partie plätscherte vor sich hin. Und genau das war es, was Kai Hempel ärgerte: „Von der Psyche her ist das schon irgendwie nachzuvollziehen, aber der Anspruch, den wir haben, ist ein anderer – wir wollten dranbleiben und nachlegen.“ Nach einigen Halbchancen auf beiden Seiten tat das dann Friedrich Lieder in der 71. Minute, als er bei einem Abspielfehler in der Geesdorfer Abwehr den Fuß hinhielt und das 7:1 markierte – der letzte Treffer der DJK an diesem Tag. Vincent Helm stellte dann den 7:2-Endstand her (76.), der aber genau so wenig Auswirkungen haben sollte wie der Platzverweis für Marco Geier wegen wiederholten Foulspiels (84.). Die Stimmung nach der Partie fühlte sich dennoch etwas irritierend an, immerhin ging die DJK mit einem deutlichen und hochverdienten 7:2-Sieg vom Platz. Doch die zweite Halbzeit wurmte die DJK-Akteure – und genau das sollte man auch als Zeichen dafür sehen, dass man an sich selbst einen hohen Anspruch stellt.

 

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