Kai Hempel ist nicht mehr Trainer der DJK

Kai Hempel ist nicht mehr Trainer der DJK

Trainerrücktritt bei der DJK

Es war abzusehen: Kai Hempel tritt beim Fußball-Bayernligisten DJK Gebenbach als Trainer zurück. Mit emotionalen Worten erklärt der Coach am Montagabend seinen Schritt

Gezeichnet nach dem 1:5 gegen Fortuna Regensburg: Kai Hempel ist nicht mehr Trainer der DJK Gebenbach.

Kai Hempel ist nicht mehr Trainer der DJK Gebenbach. Nach der 1:5-Heimniederlage gegen den SV Fortuna Regensburg zog der 37-Jährige einen Schlussstrich, den Erdal Izmire, Sportlicher Leiter des Bayernligisten, am Montagabend öffentlich machte.

„Kai ist nach dem Spiel am Samstag auf uns zugegangen, dass seine Entscheidung feststeht. Auch über das Wochenende hat sich daran nichts geändert. Wir bereuen diese Entscheidung als Verein sehr und hätten gern mit ihm weitergemacht, aber wir müssen das auch akzeptieren“, so Erdal Izmire.

Eine große Überraschung ist die Trennung nicht: Nach zwölf Spielen hat die DJK Gebenbach noch immer keinen Sieg einfahren können, das 1:5-Heimdebakel mit einem ganz schwachen Auftritt der DJK wird dann wohl der finale Tropfen gewesen sein für Kai Hempel. „Wir spielen momentan keinen guten Fußball. Und natürlich hat auch Kai gemerkt, dass wir unter unseren Möglichkeiten bleiben“, sagte Gebenbachs Sportlicher Leiter. „Er ist halt auch keiner, der sich länger aushalten lässt, als er es muss und wollte jetzt auch ein ganz klares Signal an die Mannschaft senden, dass man die Situation jetzt mal richtig einschätzt.“

„Ich habe ich jetzt auch in der Verantwortung gesehen, diesen Schritt zu tun“, sagt Hempel zu seinem Rücktritt. „Da musst du einen Schalter finden, dass es wieder läuft, es geht da auch nicht ums persönliche Befinden, sondern dass das Team wieder in die Spur kommt.“ Natürlich tue ihm dieser Schritt leid. „Das geht nicht spurlos an einem vorbei. Mir sind ja nicht nur die Spieler, sondern der ganze Verein und das Drumherum ans Herz gewachsen, das wird natürlich fehlen. Aber es muss sich halt was ändern.“

 

Kai Hempel kam zum Beginn der Saison 2016/2017 vom Regionalligaabsteiger FC Amberg zum damaligen Landesligisten nach Gebenbach. Im Oktober 2021 übernahm Hempel, der zu diesem Zeitpunkt verletzungsbedingt nur noch wenige Spiele machen konnte, dann an der Seitenlinie für Franz Koller, führte die DJK in ruhigere Fahrwasser und hätte im Jahr darauf fast den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern können: Doch in der Relegation zur Regionalliga scheiterte die DJK an der SpVgg Ansbach. Nun endet der mehrjährige Weg zu einem Zeitpunkt, an dem die DJK auf Platz 17 der Bayernliga steht und bereits acht Punkte Rückstand auf einen Nicht-Relegationsrang hat. „Wir sind Kai extrem dankbar, was er für den Verein getan und erreicht hat und haben als Verein immer an ihn geglaubt, dass wir es gemeinsam schaffen, gerade weil wir von ihm als Trainer und Mensch überzeugt sind“, betont Erdal Izmire.

Neuer Chef an der Seitenlinie ist Markus Kipry, der bisher gemeinsam mit Kai Hempel die DJK führte. Er soll, wenn es nach Erdal Izmire geht, noch in dieser Woche einen Co-Trainer an die Seite bekommen, der ihn unterstützen wird. Auf das neue Gespann wartet dann am Freitag bereits der nächste Kracher, nämlich der Tabellendritte der Bayernliga, der SC Eltersdorf.

Fortuna Regensburg

Fortuna Regensburg

Noch sieglose DJK Gebenbach klammert sich vor Fortuna-Spiel an die Statistik

Die DJK Gebenbach hat in der Fußball-Bayernliga Nord am Samstag einen Gegner zu Gast, der ihr liegen sollte. Laut der Statistik der letzten Jahre. Trainer Kai Hempel hat Forderungen an seine Spieler.

Friedrich Lieder (weißes Trikot) und die DJK Gebenbach wollen gegen Fortuna Regensburg endlich den ersten Saisonsieg.

Der bisherigen Saison der DJK Gebenbach kann man eigentlich nichts hinzufügen, was nicht schon geschrieben oder gesagt worden wäre – außer, dass man die Zahl der sieglosen Spiele jede Woche um eins erhöht. Doch jede Serie reißt bekanntlich ja einmal und im Fall der DJK Gebenbach wäre es jetzt definitiv mal an der Zeit, dass das auch passiert: Den nächsten Anlauf für den ersten Dreier der Saison nimmt die Elf von Trainer Kai Hempel am Samstag um 15 Uhr in der heimischen Hudson-Arena gegen den SV Fortuna Regensburg.

Vielleicht ist diesmal ja der Gegner ein gutes Omen, denn die Bilanz in Pflichtspielen gegen den SV Fortuna ist makellos: In allen bisherigen Partien ging die DJK als Sieger vom Feld, sowohl bei den vier Partien in der Landesliga (was schon mehrere Jahre her ist) als auch in der vergangenen Saison in der Bayernliga. Auch das war eine Saison, die sehr schwankend verlief, aber dennoch gab es in Regensburg einen 2:1- und zu Hause einen klaren 4:0-Erfolg.

Vielleicht zeigt sich beim Blick auf diese Spiele aber auch eines der Probleme der DJK: Denn von den insgesamt sechs Torschützen aus diesen beiden Partien ist die Hälfte nicht mehr im Dress der DJK aktiv – nämlich Nico Becker, Jonas Lindner oder Emir Terakaj. Bleiben noch Timo Kohler, Friedrich Lieder und Fabian Vogl. Ein weiterer Beweis für den Umbruch bei der DJK, die in dieser Saison vor allem vorne zu viel liegen lässt. „Wenns nach dem Training geht, hätten wir mehr Punkte, aber im Spiel kommt halt noch der Kopf dazu. Wir haben viel Erfahrung verloren und das mit jungen Spielern aufgefüllt. Die brauchen halt mal ein Erfolgserlebnis und da muss der Knoten platzen. Aber das sind alles 19, 20-Jährige, das ist dann was anderes als wenn du da einen 30-jährigen abgezockten Goalgetter vorne stehen hast“, erklärt Kai Hempel, der auch gegen Fortuna Regensburg eine schwere Partie erwartet: „Das ist eine gefährliche Truppe mit viel Qualität. Aktuell können wir uns nicht erlauben, irgendjemanden zu unterschätzen.“ Und noch etwas, stellt Hempel fest: „Wir brauchen halt auch Spieler, die Verantwortung übernehmen, auch in schwierigen Situationen.“

SpVgg Weiden – DJK 1:1

SpVgg Weiden – DJK 1:1

Dass es sich beim Platzverweis gegen Johannes Scherm von der DJK Gebenbach im Derby bei der SpVgg SV Weiden um eine Fehlentscheidung gehandelt hat, darüber waren sich alle Beteiligten einig. Nicht aber bei den Folgen für den Spielverlauf.

Die hohen Erwartungen an ein spannungsgeladenes, emotionales und mitreißendes Derby in der Fußball-Bayernliga konnten die SpVgg SV Weiden und die DJK Gebenbach am Freitagabend vor 1317 Zuschauern im Sparda-Bank-Stadion nur bedingt erfüllen. Und doch gab es im direkten Nachgang des gerechten Remis (1:1) sowie übers Wochenende eine Szene, über die leidenschaftlich diskutiert wurde: die glatt Rote Karte gegen den Gebenbacher Johannes Scherm in der 75. Spielminute.

Die Diskussionen drehten sich weniger um den Tatbestand an sich, Spieler, Trainer und auch Zuschauer waren sich weitgehend einig in der Bewertung, dass das Foul Scherms an Igli Cami keinesfalls rotwürdig gewesen war. Vielmehr ging es um die Folgen, die sich daraus für den Spielverlauf entwickelt haben. „Ich glaube, wenn das Spiel elf gegen elf weitergeht, bekommen wir hintenraus die zweite Luft, weil die Partie gerade dabei war, in unsere Richtung zu kippen“, sah sich etwa Dominik Haller, Gebenbacher Torschütze per Foulelfmeter zum Ausgleich, im Gespräch mit Oberpfalz-Medien um den Elan und damit womöglich um den ersten Saisonsieg gebracht.

SpVgg-Pferdelunge Igli Cami wusste dagegen noch nicht so recht, was er mit diesem einen Zähler anfangen sollte. „So direkt nach der Partie bin ich mit dem Remis eher nicht zufrieden, weil mir nach der Roten Karte mit einem Mann mehr auf Platz vielleicht schon noch mehr draus hätten machen können“, sagte der 26-Jährige, merkte aber im nächsten Atemzug an: „Wenn wir eine Nach drüber geschlafen haben, dürften wir aber schon mit dem Ergebnis leben können, weil wir immerhin nicht verloren haben. Das ist immer das Wichtigste.“

Sein Trainer Michael Riester merkte zum Platzverweis nur lapidar an: „Das war keine Rote Karte.“ Ehe er um eine realistischen Blickweise bei der Bewertung der Leistung seiner Mannschaft warb. „Wir haben jetzt ein Kalenderjahr lang jedes Heimspiel nicht nur nicht verloren, sondern gewonnen. Da sind alle jetzt mitunter auch ein bisschen verwöhnt und mit „nur“ einem Punkt gegen die DJK Gebenbach enttäuscht. Man darf aber nicht vergessen, dass wir der Aufsteiger in dieser Liga sind und gegen eine gestandene Bayernliga-Truppe ein 1:1 geholt haben.“

Doch Michael Riester wäre nicht Michael Riester, wenn er nicht ebenso ein paar Kritikpunkte am Auftritt seiner Mannschaft ausgemacht hätte, die sich vor allem auf die finale Weidener Drangphase nach dem Platzverweis bezogen. „Da hatten wir vier Freistoßsituationen in bester Lage direkt am Strafraum, waren bei der Ausführung aber nicht genau genug und zu hektisch, und haben den Ball teilweise gar nicht aufs Tor gebracht. Das müssen wir uns vorwerfen, genauso wie die Tatsache, dass wir die Derbystimmung von den Rängen nicht mit auf den Platz gebracht haben.“

Zu einer nüchternen, analytischen Blickweise auf den Derbyverlauf war Riesters Pendant Kai Hempel direkt nach dem Ende der Partie noch nicht in der Lage. Die Rote Karte gegen Scherm und die „wiederholte Fehlentscheidung gegen uns“ wühlten den Gebenbacher Coach emotional noch zu sehr auf. „Solche Entscheidung sind in einem Fifty-fifty-Spiel brutal. Aus welchem Grund stellt er Scherm runter? Kein Weidener hat reklamiert. Aber ich bin total stolz auf die Jungs, dass sie sich nicht haben unterkriegen lassen und sich diesen Punkt erkämpft haben.“

Hempels Stolz rührt auch daher, dass es in den vergangenen Wochen zu einer „Gebenbacher Spezialität“ geworden ist, späte, spielentscheidende Gegentore zu kassieren. „Das ist bei jedem im Kopf drin, wenn der Schiedsrichter sechs Minuten Nachspielzeit anzeigt. Deswegen nehmen wir das positiv mit, dass wir das diesmal mit einem Mann weniger verteidigt bekommen haben und nehmen den Punkt daher gerne mit“, sagte DJK-Kapitän Haller zur turbulenten Schlussphase.

Nach dieser haben beide Serien der Lokalrivalen weiter Bestand: Die SpVgg SV Weiden bleibt als Aufsteiger auf eigenem Platz ungeschlagen, die DJK Gebenbach wartet auch nach neun Spieltagen noch auf den ersten Sieg. „Wenn wir so weitermachen, wird der aber bald kommen“, war sich Haller sicher. Jetzt darf nur keine neuerliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters mehr dazwischen kommen.

Neuzugang

Neuzugang

Wir freuen uns, bekannt zu geben, dass Jin An zur DJK Gebenbach wechselt. Nach dem Abgang von Acosta haben wir mit Jin einen wertvollen Allrounder gewonnen, der uns qualitativ verstärkt. Trotz seines jungen Alters bringt Jin bereits eine beeindruckende Erfahrung mit, die sowohl in der Defensive als auch in der Offensive von großem Nutzen sein kann. Mit seiner Regionalliga-Erfahrung steht er uns ab sofort zur Verfügung. Obwohl er aus familiären Gründen einige Monate nicht spielen konnte, hat er beim Probetraining Mitte August eindrucksvoll überzeugt. Wir sind begeistert, dass Jin sofort spielberechtigt ist und uns schnellstmöglich unterstützen kann.

SpVgg Weiden : DJK Vorschau

SpVgg Weiden : DJK Vorschau

Verkehrte Welt in der Bayernliga Nord: Aufsteiger SpVgg SV Weiden sorgt als Dritter für Furore, während die ambitionierte DJK Gebenbach noch sieglos ist. Die Trainer Michael Riester und Kai Hempel stapeln vor dem direkten Duell eher tief.

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Von Sebastian Schell und Michael Reindl

Am 9. Spieltag der Fußball-Bayernliga Nord empfängt die SpVgg SV Weiden die DJK Gebenbach zum Derby. Am Freitagabend, 30. August, um 19 Uhr stehen die Vorzeichen vielleicht anders, als vor Saisonbeginn von den meisten Experten erwartet. Weidens Trainer Michael Riester macht keinen Hehl um die Wichtigkeit dieser Partie: „Für uns ist es das Derby in der Bayernliga. Wir haben genau auf diese Spiele gewartet und werden alles dafür tun, um diese Partie erfolgreich zu gestalten.“

Auf der einen Seite spielt der Gastgeber und Aufsteiger bisher eine starke und couragierte Runde, überraschte schon einige Favoriten und steht mit 16 Punkten aus 8 Spielen auf einem starken 3. Platz. Zusätzlich ist die SpVgg SV das beste Heimteam und gewann als einziges Team der Liga alle Spiele im eigenen Stadion. Auf der anderen Seite ist die DJK Gebenbach in ihrer 7. Bayernliga-Spielzeit in Folge noch immer ohne Sieg, ist noch nicht richtig angekommen in dieser Saison und hinkt den eigenen Ansprüchen hinterher.

Fünf ehemalige Weidener bei der DJK

Vier Unentschieden und vier Niederlagen sind nicht die Bilanz, die sich das Trainerduo Kai Hempel und Markus Kipry zum Saisonstart vorgestellt hat. Mit Andreas Graml, Johannes Scherm, Leon Kipry, Friedrich Lieder und Fatih Boynügrioglu stehen fünf ehemalige Weidener Akteure im Gebenbacher Kader. Riester warnt allerdings davor, den Gegner zu unterschätzen: „Gebenbach ist sicherlich nicht so gestartet, wie sie es sich gewünscht hätten, aber sie haben hervorragende Einzelspieler und wissen genau, dass sie sich in einem solchen Spiel rehabilitieren können. Wir sind gewarnt und werden das Maximum aufbieten.“

Aller Vorzeichen zum Trotz dürfen die sicher wieder zahlreichen Zuschauer auf ein lebendiges und emotionales Derby hoffen. Zuletzt kreuzten beide Teams im Ligabetrieb die Klingen im November 2022, als die DJK in einem spektakulären Neun-Tore-Spiel beim 5:4-Sieg die Punkte entführte. Im Aufgebot der SpVgg SV Weiden fehlen neben dem verletzten Niklas Lang weiterhin die Urlauber Tizian Mittereder, Patryk Bytomski und Lukas Schaller.

In Gebenbach ist man sich bewusst, dass die DJK meilenweit entfernt von dem rangiert, was man sich eigentlich erwartet hätte. Woran es liegt, das ist bekannt: Individuelle Fehler plus haarsträubende Chancenverwertung ergeben den Platz im Tabellenkeller – Rang 16. Die Niederlage zuletzt gegen Abtswind mit einem guten Auftritt in der zweiten Halbzeit, aber ungenutzten Chancen, die anderen Teams für drei Siege reichen würden, steht da stellvertretend für die bisherige Saison.

Terakajs Rückkehr „keine Option“

„Am Montag hat’s schon mal richtig gekracht. Ich hoffe, das war jetzt das reinigende Gewitter. Ich kann meiner Mannschaft aber nicht die großen Vorwürfe machen, es geht halt darum, die Chancen endlich mal zu verwerten“, erklärte DJK-Trainer Kai Hempel. So sind die Vorzeichen verdreht, wenn der etablierte Bayernligist aus Gebenbach nicht als Favorit zum Aufsteiger nach Weiden fährt: „Wir sind da Außenseiter. Weiden ist besser in die Saison gestartet, als von vielen gedacht, die haben einen eigenen Stil und einen klaren Plan. Wir haben nichts zu verlieren. Und ich hoffe, dass wir jetzt irgendwann mal für unseren Aufwand belohnt werden“, hoffte Hempel.

Ausfallen werden im Derby auf Gebenbacher Seite Jan Fischer (Knie) und Dominik Späth (Hüfte), zudem sind einige Akteure noch leicht angeschlagen. Apropos Kader: Emir Terakaj, der die DJK Gebenbach zum Ende der vergangenen Saison mit Ambitionen nach oben verlassen und dafür beim Regionalligisten Türkgücü München angeheuert hatte, ist derzeit wieder auf Vereinssuche, nachdem der Vertrag zwischen ihm und dem Regionalligisten aufgelöst wurde. Eine Idee für die DJK Gebenbach, gerade angesichts der Chancenverwertung? Dazu gibt es eine klare Aussage seitens Kai Hempel: „Emir ist für uns keine Option.“

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