Nur ein Punkt für die DJK in Cham

Eigentlich hatte sich die DJK Gebenbach im Freitagspiel beim ASV Cham einen Sieg vorgenommen. Am Ende tat die Punkteteilung dann doch nicht so sehr weh.

Nach elf Siegen in Folge mussten sich Jan Fischer (rechts) und seine Mitspieler von der DJK Gebenbach diesmal mit einem Punkt zufrieden geben. Beim ASV Cham spielte der Tabellenführer der Bayernliga Nord 0:0 unentschieden.

Die gute Nachricht zuerst: die DJK Gebenbach bleibt auch im zwölften Spiel in Folge ungeschlagen. Die schlechte: beim ASV Cham kam die Mannschaft von Trainer Kai Hempel nicht über ein 0:0 hinaus – auch weil der DJK kurz nach der Pause ein Tor aberkannt wurde, was Hempel mehr als ärgerte: „Das sagen sogar die Chamer, dass das kein Abseits war. Der Linienrichter konnte das von da, wo er stand, gar nicht sehen. Aber wir fassen uns schon auch an die eigene Nase, wir müssen das Spiel vorher entscheiden.“

Gebenbach machte im Duell der beiden „nebelbeeinträchtigen“ Teams vom letzten Spieltag von Anfang an Druck, hatte vor allem durch Timo Kohler mehrere gefährliche Aktionen in der Anfangsviertelstunde. Allerdings tat sich die Hempel-Elf auf dem Kunstrasenplatz in Cham teilweise schwer, gegen die sehr defensiv und kompakt stehenden Gastgeber spielerisch vor das Tor zu kommen. Cham selbst kam erst einige Minuten vor der Pause vor das Gebenbacher Gehäuse, da war Christoph Lindner aber auf dem Posten.

Mit 0:0 ging es damit in die Pause und aus der kam Gebenbach mit noch mehr Druck und wäre dafür in der 48. Minute fast belohnt worden – doch das Tor von Nico Becker wurde wegen einer vermeintlichen Abseitsposition annulliert. Gebenbach drückte weiter aufs Tempo und kam zu etlichen Chancen, beispielsweise Timo Kohler (59.), Nico Becker (68.), Fabian Vogl (77.) oder Marco Seifert (83.) – aber es schien wie verhext. Und bei einer Einzelaktion von Jonas Lindner mit einem satten Abschluss aus gut 25 Metern hatte Chams Keeper Julio Peutler auch noch die Finger dran (90.+1) – und so endete die Siegesserie der DJK an diesem nasskalten Abend in Cham.

„Die Jungs haben es super gemacht heute, wir sind so aufgetreten, wie wir es uns vorgenommen hatten. Aber manchmal soll es halt einfach auch nicht sein, dass man in der 90. Minute noch das Tor macht. Das hätten wir uns heute verdient, aber es ist halt so“, fasste es Kai Hempel zusammen.

Ein kleiner Trost für die DJK ist vielleicht, dass Eintracht Bamberg auch nicht dreifach punkten konnte und nicht über ein 1:1 beim ATSV Erlangen hinauskam – und genau den erwartet die DJK am kommenden Samstag zum letzten Heimspiel des Jahres.

ASV Cham: Peutler – Voigt, Plänitz, Seebauer, Faltermeier – Medineli, Lamecker, Leutner, Pfab, Haimerl (90.+2 Tolks) – Kalteis (84. Mandula)

DJK Gebenbach: C. Lindner – Hofmann (85. Johnson), Ceesay, Vogl, Scherm – Becker, Haller, J. Lindner, Fischer (75. Amaizo), Kohler – El Berd (75. Seifert)

SR: Andreas Dinger – Zuschauer:222

DJK Gebenbach beim Ex-Trainer

Unangenehme Aufgabe für die DJK

Nach dem Abbruch des Top-Spiels in der Fußball-Bayernliga Nord gegen Bamberg geht es für die DJK Gebenbach im letzten Auswärtsspiel des Jahres zum ASV Cham. Auch der wurde zuletzt vom Nebel ausgebremst.

Gebenbach 17.11.2022 – 11:20 Uhr • von Autor MRE

Auf bessere Sicht als im Heimspiel gegen Bamberg hofft in Cham auch Gebenbachs Angreifer Salah El Berd (links).

Als ob es nicht schon kurios genug gewesen wäre, dass am vergangenen Spieltag der Fußball-Bayernliga Nord zwei Partien wegen Nebel abgesagt beziehungsweise abgebrochen wurden, kommt es zum Auftakt des 20. Spieltags auch noch zum Duell von zwei der betroffenen Teams, wenn der ASV Cham am Freitag, 18. November, um 19 Uhr die DJK Gebenbach erwartet.

Und selbst ohne das vorangegangene Nebel-Spektakel, das man zumindest in Gebenbach beim Top-Spiel gegen Bamberg hatte, hätte diese Partie auch so genug Gesprächsstoff geliefert.

22 Punkte Unterschied

Deutlich klarer als die Sicht zuletzt ist diesmal die Ausgangslage: Gebenbach kommt als Tabellenführer mit elf Siegen in Folge – da die Partie gegen Bamberg ja nachgeholt wird – zum Tabellenzehnten Cham. 22 Zähler trennen beide voneinander, das sind durchaus Welten in der Bayernliga, zumal Cham auch noch lange nicht aus dem Tabellenkeller raus ist.

Aber ganz so einfach ist es in der Praxis nicht, weiß auch DJK-Trainer Kai Hempel: „Es ist immer sehr unangenehm in Cham, wir tun uns erfahrungsgemäß immer schwer dort. Das ist keine schlechte Mannschaft, sie steht sehr kompakt und verteidigt gut.“ Und trotzdem will man noch mal alles reinwerfen, um aus den letzten zwei Partien des Jahres – sofern die Partie gegen Bamberg nicht noch im Dezember über die Bühne geht – das Maximum rauszuholen, erst jetzt gegen Cham, dann zum daheim gegen Erlangen. „Es geht jetzt darum, in den letzten zwei Wochen noch mal die Backen zusammenzukneifen. Wir wissen, dass wir liefern müssen. Entscheidend wird der Kopf sein, da müssen die Jungs einfach frisch sein jetzt“, fordert Hempel. 

Wiedersehen mit alten Bekannten

Auch dann, wenn es gegen alte Bekannte geht, sei es Michael Plänitz (früher FC Amberg und SpVgg SV Weiden), oder vor allem eben Faruk Maloku, der fünf Jahre lang an der DJK-Seitenlinie stand und da auch den jetzigen Trainer der Gebenbacher, Kai Hempel, coachte: „Natürlich spielt das eine Rolle, aber wir haben das jetzt nicht im Fokus, das ist ja jetzt auch schon wieder ein bisschen her.“

Die DJK will im letzten Auswärtsspiel des Jahres auf jeden Fall dreifach punkten, dafür steht voraussichtlich der komplette Kader zur Verfügung. Jetzt muss man nur noch abwarten, ob auch der Nebel mitspielt.

DJK – FC Eintracht Bamberg

Spitzenspiel in Gebenbach abgebrochen

Gebenbach

 12.11.2022 – 18:27 Uhr

Das Gipfeltreffen der Fußball-Bayernliga Nord zwischen der DJK Gebenbach und dem FC Eintracht Bamberg ist am Samstag nach 73 Minuten zunächst unterbrochen, schließlich dann abgebrochen worden. Zu dem Zeitpunkt führten die Gäste mit 1:0.

Das Spitzenspiel der 19. Runde in der Fußball-Bayernliga Nord dauerte nur 73 Minuten. Weil sich die wegen Nebels schon von dem Anpfiff beeinträchtigten Sichtverhältnisse auf dem Sportgelände der DJK Gebenbach mit zunehmender Spieldauer immer weiter verschlechterten, unterbrach Schiedsrichter Jürgen Steckermeier die Partie knapp eine Viertelstunde vor Schluss. Nach einer 30-minütigen Wartezeit hatten sich die Verhältnisse nicht entscheidend geändert, so dass Steckermeier schließlich die Partie endgültig abbrach.

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste mit 1:0 vorne: Nach einer Flanke durch Freund und Gegner hindurch hatte Moritz Kaube den Fuß hingehalten und damit den Gebenbacher Torhüter Christoph Lindner in der 31. Minute zum 0:1 überwunden. Vor 1015 Zuschauern war Gebenbach nach rund einer Stunde dann nur noch zu zehnt, nachdem Jonas Lindner die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Knapp zehn Minuten später folgte dann die Unterbrechung – und letztlich der Spielabbruch.

Darüber, ob die fehlenden 17 Minuten nachgespielt werden, oder die komplette Partie neu angesetzt wird, wollte sich der Schiedsrichter auf Nachfrage nicht äußern. Die Entscheidung liege beim Sportgericht. Dem Vernehmen nach wird die Partie aber wohl neu angesetzt werden.

Gipfelteffen in Gebenbach

Bayernliga-Gipfeltreffen in Gebenbach
Fällt im direkten Duell zwischen der DJK Gebenbach und FCE Bamberg schon die Entscheidung über die Meisterschaft in der Fußball-Bayernliga Nord? Die Trainer jedenfalls haben ihre speziellen Meinungen zum Spitzenspiel Erster gegen Zweiter.

Gebenbach. (mre) Es ist das absolute Top-Spiel der Fußball-Bayernliga Nord: Erster gegen Zweiter, beste Offensive gegen beste Defensive, elf Siege in Folge gegen sieben Siege am Stück. Wenn die DJK Gebenbach am Samstag, 12. November, um 16 Uhr den FC Eintracht Bamberg empfängt, ist Spannung vorprogrammiert.

Die DJK Gebenbach hat nach dem 5: 4-Erfolg in Weiden die Tabellenführung übernommen und steht mit 45 Zählern einen Punkt vor den Oberfranken. Das liegt auch daran, dass die Partie der Bamberger gegen Würzburg wegen nicht umsetzbarer Sicherheitsvorschriften abgesagt werden musste, Gebenbach hat also ein Spiel mehr auf dem Konto.

Einzige Niederlage zum Auftakt

Einen Bruch im Rhythmus der Eintracht befürchtet man durch die Spielabsage dort aber nicht. Sieben Siege holte der FCE zuletzt und musste im Lauf der Saison erst eine Niederlage einstecken, am ersten Spieltag gegen den Würzburger FV. Auf der anderen Seite wartet die DJK Gebenbach, die die letzten elf Partien in Folge gewann – entsprechend groß ist der gegenseitige Respekt. „Ich glaube, beide Teams haben bisher viel richtig gemacht“, so Eintracht-Trainer Jan Gernlein. Das bestätigt auch DJK-Trainer Kai Hempel: „Da treffen zwei der formstärksten Teams aufeinander.“ Gebenbach hat mit 61 Treffern die beste Offensive der Liga, die jetzt auf die sicherste Defensive der Bayernliga trifft (14 Gegentore).

Spagat auf dem Platz

Und so erwarten beide, dass Kleinigkeiten am Ende den Ausschlag geben werden. „Wir wollen natürlich gewinnen, aber wir können frei aufspielen und haben keinen Druck. Da kommt es auf die Tagesform an und darauf, wer es mehr will und den Spagat zwischen Lockerheit und Wille am besten schafft“, glaubt Hempel. „Wer ist reifer, wer kann mit Druck besser umgehen, wer macht weniger Fehler und ist bereiter? Wer das besser macht, gewinnt die Partie“, so sieht es Gernlein. Dass der Ausgang der Partie eine Tendenz für das Rennen um Meisterschaft oder Aufstieg hat, glauben beide übrigens nicht: Zu früh, nicht entscheidend für den weiteren Verlauf, nur eine Momentaufnahme – und Hempel ergänzt: „Wenn du am Ende oben stehen willst, musst du gegen die unteren zwei Drittel gewinnen.“

Jetzt geht es aber erst mal gegen den Tabellenzweiten und dafür steht der DJK der komplette Kader zur Verfügung.

Werbung für den Amateurfußball

 05.11.2022 – 23:55 Uhr

 OnetzPlus

Wer sich am Samstag doch fürs Shopping mit der Familie oder Kaffeetrinken mit der Schwiegermutter entschieden hat, dürfte es bereuen: Das Bayernliga-Derby bot alles, was die Herzen von Fußball-Fans höherschlagen lässt.
Intensive Zweikämpfe wie in dieser Szene zwischen Gebenbachs Bastian Freisinger (Mitte) und Ole Meißner prägten das Neun-Tore-Spektakel.

 

Kai Hempel, Trainer der DJK Gebenbach, wischte sich mehrmals mit beiden Händen übers Gesicht, er versuchte irgendwie seine Gedanken nach diesem wilden Ritt im Weidener Sparda-Bank-Stadion zu sortieren. „Ich brauche jetzt erst einmal eine Halbe“, war dann das erste, das er über die Lippen brachte. Sein Gegenüber Rüdiger Fuhrmann verschwand unmittelbar nach Spielschluss gleich komplett wortlos in der Kabine.

Es war für alle Beteiligten schwierig, Worte für das aufzubringen, was sich am Samstagnachmittag im Bayernliga-Derby zwischen der SpVgg SV Weiden und der DJK Gebenbach abgespielt hat. Das 90-minütige Drehbuch dieses Oberpfalz-Krimis in Kürze: 1:0, 1:1, 1:2, 2:2, 3:2, 3:3, 4:3, 4:4, 4:5. Neun Tore, irre Wendungen, Elfmeter, Rudelbildung, über 1000 Zuschauer – der dramatische 5:4-Achterbahn-Sieg des neuen Tabellenführers der Bayernliga Nord aus Gebenbach in Weiden bot alles, aber auch wirklich alles, was die Herzen von Amateurfußball-Anhängern höherschlagen lässt.

Individuelle Abwehrschnitzer

Die Gäste zeigten über die gesamte Spielzeit die reifere Spielanlage, waren vor allem vor der Pause das klar überlegene Team. Doch die Weidener überraschten den Lokalrivalen mit ihrer forschen Spielweise und zeigten sich vor dem Tor sehr effektiv. Letztendlich waren es individuelle Aussetzer in der Defensive, die die Fuhrmann-Elf um den Lohn der Arbeit brachten. Exemplarisch seien das plumpe Foul, das zum Strafstoßtor zum 1:1 durch Bastian Freisinger führte oder das lasche Zweikampfverhalten beim 1:2 durch Nico Becker erwähnt.

„Weiden hat das sehr gut gemacht, hat uns früh attackiert, damit haben wir nicht unbedingt gerechnet“, sagte Gebenbachs Jonas Lindner. Auch er war aber mit der Abwehrarbeit seiner DJK unzufrieden. „Wenn wir auswärts fünf Tore schießen müssen, um zu gewinnen, dann gibt es definitiv etwas, das wir aufarbeiten müssen.“ Damit lag er voll und ganz auf der Linie seines Trainers. „Wir bekommen natürlich viel zu einfache Gegentore, aber das ist mir gerade sch…egal. Die Moral dieser Mannschaft, so ein Spiel, an dem wir wirklich keinen guten Tag hatten, doch noch zu gewinnen, ist bärenstark“, lobte Hempel den Schlussspurt seiner Mannschaft, als er wieder zu Worten gefunden hatte.

Rodler vergibt das 4:2 freistehend

Umjubelter Held war Rechtsverteidiger Jan Fischer, der in der Nachspielzeit nach einer abgewehrten Ecke aus 18 Metern zum vielumjubelten 5:4 getroffen hatte. Zuvor war Joker Salah El Berd sechs Minuten vor dem Ende der Ausgleich geglückt. „Letztendlich interessiert niemanden mehr, wie wir das Spiel noch gezogen haben“, gab sich Jonas Lindner doch noch pragmatisch.

Bis zur 84. Minute sah es nämlich noch nach einem Weidener Überraschungssieg aus, 4:3 führte die SpVgg SV. David Bezdicka, Kevin Grünauer, Stefan Pühler und Michael Jonczy hatten die Gastgeber dreimal in Front geschossen, doch am Ende stand die Wasserwerkelf wieder mit leeren Händen da.

„Ich glaube schon, dass wir uns mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten. Aber letztendlich müssen wir uns an die eigene Nase fassen, sowohl was unsere Abwehrleistung als auch unsere Chancenverwertung anbelangt“, sagte Stürmer Josef Rodler, der mit sich selbst haderte: „Wenn ich das 4:2 mache, als ich alleine vor dem Tor vergebe, wird es ein anderes Spiel und wir nehmen denen etwas den Wind aus den Segeln.“ Kapitän Sven Kopp richtet, auch wenn es ihm schwerfiel, den Blick wieder nach vorne. „Natürlich ist es für uns extrem bitter. Aber wir haben gut mitgespielt und müssen jetzt die positiven Dinge ansprechen, um vor der Winterpause noch ein paar Punkte zu holen.“

Die positiven Dinge hatte auch Gebenbachs Trainer Kai Hempel nach der Partie schnell wieder gefunden. Am Bus der DJK gönnte sich der Derbysieger dann seine unmittelbar nach Spielschluss schon herbeigesehnte „Halbe“. Es war schließlich ein Tabellenführer-Bierchen.

SpVgg SV Weiden – DJK Gebenbach 4:5 (2:2)

  • SpVgg SV Weiden: Scharnagl – Lang, Kopp, Behnke, Panafidin (46. Gerber) – Meißner, Ruda (72. Graf) – Pühler (86. Weidhas), Bezdicka, Grünauer (90. Chousein) – Jos. Rodler (66. Jonczy)
  • DJK Gebenbach: C. Lindner – Hofmann, Fischer, Ceesay, Geier (72. Scherm) – Becker, J. Lindner, Freisinger (83. Amaizo), Kohler (55. El Berd) – Haller (90.+2 Biermeier), Lieder (55. Seifert)
  • Tore: 1:0 (2.) David Bezdicka, 1:1 (5./Foulelfmeter) Bastian Freisinger, 1:2 (14.) Nico Becker, 2:2 (44.) Grünauer, 3:2 (52.) Stefan Pühler, 3:3 (69.) Bastian Freisinger, 4:3 (75.) Jonczy, 4:4 (85.) Salah El Berd, 4:5 (90.+1) Jan Fischer – SR: Joshua Roloff (FC Bosna Nürnberg) – Zuschauer: 1018
Neun-Tore-Spektakel zwischen der SpVgg SV Weiden und der DJK

Weiden in der Oberpfalz

 05.11.2022 – 16:09 Uhr

Was für ein wildes Bayernliga-Derby am Weidener Wasserwerk: Die DJK Gebenbach fährt nach einer wahren Achterbahnfahrt mit drei Punkten im Gepäck nach Hause, bei der SpVgg SV Weiden ist der Frust groß.

Das war das zwischenzeitliche 4:3 für die SpVgg SV Weiden: Joker Michael Jonczy (rechts) lupfte den Ball gefühlvoll über Gebenbachs Keeper Christoph Lindner hinweg ins Tor.

Es war ein packendes, intensives und für den neutralen Zuschauer höchst unterhaltsames Bayernliga-Derby zwischen der SpVgg SV Weiden und der DJK Gebenbach am Samstagnachmittag im Sparda-Bank-Stadion. Am Ende entführten die Gäste mit einem 5:4 (2:2)-Sieg die Punkte aus Weiden. Die Hausherren schafften es dabei nicht, eine dreimalige Führung über die Zeit zu retten, ehe die DJK in der Nachspielzeit entscheidend zuschlug.

Die Partie gönnte sich keine lange Anlaufphase, es ging sofort in die Vollen. Noch keine zwei Minuten waren absolviert, als David Bezdicka auf und davon war und die Gastgeber mit 1:0 in Führung brachte. Doch im Stile einer Spitzenmannschaft reagierte die DJK prompt, wenn auch unter gütiger Weidener Mithilfe. Niklas Lang brachte völlig unnötig an der Torauslinie den enteilten Timo Kohler zu Fall. Bastian Freisinger ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte den fälligen Strafstoß im Netz. SpVgg-SV-Keeper Fabian Scharnagl war noch dran, doch der Ball war zu scharf getreten.

Und weiter ging die wilde Gebenbacher Fahrt, die durch den frühen Rückstand wie aufgedreht ein hohes Tempo anschlugen. Nico Becker ließ Pavel Panafidin im Körper-gegen-Körper-Zweikampf nicht gut aussehen und blieb vor Scharnagl ganz cool – 2:1 für Gebenbach, Spiel gedreht. In der Folge übernahm die DJK das Kommando, bestimmte Tempo und Spielrichtung nach Belieben. Die Elf des Trainerduos Kai Hempel/Markus Kipry zeigte die reifere Spielanlage und streute immer wieder überraschende Pässe ein, die die heimische Defensive vor enorme Probleme stellte.

Nach 15 Minuten zum Durchschnaufen ging die wilde Fahrt auch im zweiten Abschnitt unvermindert weiter. Und wieder hatte die SpVgg SV Weiden den besseren Start. Nach einem Steilpass lief Stefan Pühler ab der Mittellinie alleine auf das Gebenbacher Gehäuse zu, und der 16-Jährige blieb abgebrüht wie ein 36-jähriger Routinier und spitzelte den Ball an DJK-Keeper Lindner vorbei ins Tor zur erneuten Weidener Führung. Nach dem eine abgefälschte Grünauer-Flanke noch am Lattenkreuz landete, verpasste Nico Becker auf der Gegenseite frei vor Scharnagl den Ausgleich.

Die Begegnung gönnte sich keine Ruhephase, es ging munter hin und her. Josef Rodler scheiterte alleine vor DJK-Schlussmann Lindner, ehe Bastian Freisinger mit seinem zweiten Treffer der abermalige Ausgleich gelang. Der starke Mittelfeldakteur vollendete einen Gebenbacher Konter im zweiten Versuch, nachdem zuvor Scharnagl im Weidener Gehäuse noch stark pariert hatte. Wer gedacht hatte, jetzt machen die wilden 22 Kerle auf dem Platz mal etwas sachter, kam aus dem Staunen nicht mehr raus.

Wieder hielten die Weidener den nächsten Knaller parat: Der eingewechselte Michael Jonczy brachte die SpVgg SV nach einem Konter zum dritten Mal an diesem Tag in Führung. Der Ex-Gebenbacher überwand Lindner per gefühlvollem Heber. Fünf Minuten vor dem Ende glich Gebenbachs Joker Salah El Berd zum 4:4 aus, ehe der große Schlusspunkt folgte. DJK-Rechtsverteidiger Jan Fischer hielt aus 18 Metern einfach mal drauf, sein Schuss schlug zum vielumjubelten 5:4-Sieg der DJK Gebenbach im Netz ein. Erst als die Begegnung abgepfiffen war, konnten sich die über 1000 Zuschauer sicher sein, dass auch wirklich nichts mehr passieren wird.

Die Analyse zum Bayernliga-Derby

OnetzPlus

SpVgg SV Weiden – DJK Gebenbach 4:5 (2:2)

  • SpVgg SV Weiden: Scharnagl – Lang, Kopp, Behnke, Panafidin (46. Gerber) – Meißner, Ruda (72. Graf) – Pühler (86. Weidhas), Bezdicka, Grünauer (90. Chousein) – Jos. Rodler (66. Jonczy)
  • DJK Gebenbach: C. Lindner – Hofmann, Fischer, Ceesay, Geier (72. Scherm) – Becker, J. Lindner, Freisinger (83. Amaizo), Kohler (55. El Berd) – Haller (90.+2 Biermeier), Lieder (55. Seifert)
  • Tore: 1:0 (2.) David Bezdicka, 1:1 (5./Foulelfmeter) Bastian Freisinger, 1:2 (14.) Nico Becker, 2:2 (44.) Grünauer, 3:2 (52.) Stefan Pühler, 3:3 (69.) Bastian Freisinger, 4:3 (75.) Jonczy, 4:4 (85.) Salah El Berd, 4:5 (90.+1) Jan Fischer – SR: Joshua Roloff (FC Bosna Nürnberg) – Zuschauer: 1018
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